Neue Regeln für die MPU - Aber wann und wie?

Gute Neuigkeiten. Unser Verkehrsminister Alexander Dobrindt möchte die Medizinisch-Psychologische Untersuchung endlich transparenter gestalten. Das ist eine Reaktion auf die immer wieder laut werden Vorwürfe gegen den sogenannten "Idiotentest".

Herr Dobrindt (CSU) plant noch in dieser Wahlperiode die ungeliebte MPU für Autofahrer umfangreich zu reformieren. Insbesondere sollen die Regeln und Richtlinien für die Betroffenen fairer und vor allem transparenter werden. Die MPU wird zu Unrecht auch häufig "Idiotentest" genannt, dem sich auffällig gewordene Autofahrer unterziehen müssen, die mit 1,6 Promille am Steuer erwischt wurden oder die notorisch zu schnell fahren – die so genannten Punktetäter.

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder bemängelt, dass die MPU für die Betroffenen nicht durchsichtig bzw. transparent genug ist. Ferner wurde zu Recht bemängelt, dass es keine erfolgsversprechenden Einspruchsmöglichkeiten gegen negative Entscheidungen gibt. Darüber hinaus wird zu Recht häufig kritisiert, dass das das Geschäft rund um die MPU und die MPU-Vorbereitung in Teilen nicht ganz seriös ist. Die große Koalition will intensiv an diesen Kritikpunkten arbeiten. Ob sich wirklich etwas verändert ist jedoch fraglich und wird sich erst zeigen müssen.

Mehr Qualität und Transparenz ist das vorgegeben und oberste Ziel des Verkehrsministers. Dobrindt hob die Empfehlungen einer Projektgruppe hervor, die er ins Leben gerufen hat. Insbesondere sollen standardisierte Tests eingeführt werden, um nachprüfbare Ergebnisse zu erhalten. Bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode soll das Reformpaket umgesetzt werden. Ein klareres Regelwerk für die MPU soll geschaffen werden und die Qualität der Vorbereitungskurse soll verbessert werden. Außerdem soll ein einheitlicher Fragenkatalog für den MPU-Test entworfen werden, was ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung wäre und ein Zugewinn an Fairness wäre.

Auch viele Fachpolitiker sehen dringenden Handlungsbedarf. Es könnte eine Ombudsstelle eingerichtet werden, die den Teilnehmern dabei hilft, ihr MPU-Gutachten noch einmal zu überprüfen. Das wäre wirklich ein Gewinn und würde die Fairness und Objektivität beträchtlich fördern. Herr Bartol sprach sich dafür aus, mehr Klarheit durch Videoaufzeichnungen zu schaffen (bspw. beim psychologischen Gespräch). Hier wird es aber voraussichtlich großen Widerstand geben, was aber letztendlich auch sehr verständlich ist. Niemand möchte sich bei der Arbeit über die Schultern gucken lassen. Eine weitere Person würde dann entscheiden, ob das Gespräch nach den allgemeingültigen Leitlinien abgelaufen ist.

Der ADAC fordert schon länger ausdrücklich Reformen

Der ADAC fordert ein Siegel für MPU-spezialisierte Verkehrspsychologen, damit sich Betroffene an geeignete Adressen wenden können. Pro Jahr müssen zwischen 90.000 und 100.000 Fahrer zur MPU. Der häufigste Grund ist Alkohol am Steuer. Bei 23 Prozent der Verkehrssünder führen Drogen- oder Medikamentenkonsum zum psychologischen Gespräch. Die Durchfallquoten bei der MPU ist recht hoch und liegt bei rund 40 Prozent. Die MPU kann zwar wiederholt werden, aber das ist kostenintensiv und für die Betroffenen sehr frustrierend. Mit Urin- oder Haaranalyse sowie MPU-Vorbereitung und der eigentlichen MPU belaufen sich die Kosten nicht selten auf 1600 bis 2000 Euro oder sogar deutlich mehr - bei Angeboten mit Garantie auf ein positives Gutachten.

Die Vorbereitung ist ein sehr zentraler Kritikpunkt an der MPU. Den schwarzen Schafen in der Branche soll das Handwerk gelegt (Lühmann). Wir versuchen unseren Kunden eine günstige, aber gleichzeitig auch kompetente und fachspezifische MPU-Vorbereitung anzubieten. Bitte zögern Sie nicht, wenn Sie Fragen oder ein Anliegen haben. Wir freuen uns von Ihnen zu hören.

Ihr Team der MPU-Akademie