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Wenn der Glühwein stärker ist als gedacht

Lichterglanz, der Duft von Zimt und Orangen, in der Hand ein Becher Glühwein. Der Weihnachtsmarkt soll einer der schönsten Abende im Jahr sein. In unserer MPU-Beratung sehen wir jedoch jedes Jahr die gleiche andere Seite: Ein paar Glühwein zu viel, eine kurze Heimfahrt mit dem Auto, eine Polizeikontrolle. Danach ist die Weihnachtsstimmung für lange Zeit verloren.

Wenn der Glühwein leiser ist als seine Wirkung

Glühwein wirkt harmlos. Er ist warm, süß und angenehm zu trinken. Genau das macht ihn so gefährlich. Die Wärme erweitert die Blutgefäße, der Alkohol gelangt schneller ins Blut. Der Zucker macht das Getränk weicher, man merkt den steigenden Pegel später. Dazu kommt die winterliche Kälte, die das Körpergefühl verfälscht. Man fühlt sich wacher, als man tatsächlich ist.

Viele Betroffene in unserer Praxis berichten dasselbe Muster. Zwei oder drei Glühwein, vielleicht noch ein Likör dazu, ein gutes Gefühl und die Überzeugung, man sei noch fahrtüchtig. Die Einschätzung im Kopf und die Realität im Blut liegen in diesem Moment oft weit auseinander.

Wenn der Glühwein stärker ist als gedacht
Gemütliche Stimmung, unterschätzte Wirkung. Genau hier beginnen viele MPU-Geschichten.
Ein festlicher Abend endet nicht selten mit einem Blaulicht, einem Atemtest und der Erkenntnis, dass der Führerschein weg ist.
Wenn der Glühwein stärker ist als gedacht
Die kurze Heimfahrt kann lange Folgen haben.

Der kurze Weg nach Hause kann sehr lang werden

In der Realität reicht oft schon eine vermeintlich kurze Strecke. Ein Firmenabend, alle sind gut gelaunt, jemand sagt noch schnell, dass der Weg ja nur fünf Minuten dauert. Wer in diesem Moment ins Auto steigt, riskiert nicht nur den Führerschein. Es drohen Unfälle mit Verletzten, hohe Kosten, eine Sperrfrist und die MPU.

Viele Betroffene erzählen uns später, dass sie sich eigentlich sicher waren, noch fahren zu können. Die Messwerte und der Polizeibericht zeigen dann ein anderes Bild. Aus einem warmen Abend am Weihnachtsmarkt wird ein kalter Start in eine sehr unangenehme Zeit.

Fünf Entscheidungen, die den Abend retten

  • Auto konsequent zu Hause lassen
  • Rückfahrt mit Bahn, Bus oder Taxi im Voraus planen
  • Glühwein langsam und bewusst trinken, nicht Becher an Becher
  • Zwischendurch Wasser oder etwas zu essen einplanen
  • Keine spontanen Entscheidungen mehr treffen, wenn Alkohol im Spiel ist

Ein Weihnachtsmarktbesuch soll nach Gebäck und Tannenduft riechen, nicht nach Reue. Wer die Wirkung von Glühwein ernst nimmt und den Heimweg klar regelt, schützt sich und andere. Und falls es doch zu einer Trunkenheitsfahrt gekommen ist, ist professionelle Unterstützung bei der MPU der nächste sinnvolle Schritt. Die beste Lösung bleibt aber immer, dass es gar nicht so weit kommt.

Gunnar Hoyer – Verkehrspsychologe, MPU-Akademie
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Gunnar Hoyer

Dipl.-Psych., Verkehrspsychologe und ehemaliger MPU-Gutachter sowie Gründer der MPU-Akademie. Falls Sie noch Fragen haben, reservieren Sie sich einen Termin bei mir.

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