MPU - Medizinisch-Psychologische Untersuchung

Vorbereitung auf das medizinisch-psychologische Gutachten

Kurzüberblick

Was Sie in diesem Beitrag erwartet

Strukturierter Überblick zur MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung): Gründe, Ablauf, Anforderungen, Abstinenz und Kosten.

  • Gründe für eine MPU Anordnung z. B. bei Alkohol, Drogen/Medikamenten, Punkten oder Straftaten.
  • Ablauf der Untersuchung Was am Termin passiert – von Anmeldung bis Abschluss.
  • Medizinischer Teil Gesundheitscheck, Anamnese und medizinische Einordnung.
  • Leistungs- & Reaktionstests Computerbasierte Tests zu Reaktion, Konzentration und Belastbarkeit.
  • Psychologisches Gespräch Hintergründe, Ursachen und nachvollziehbare Veränderungen.
  • Vorbereitung & typische Fehler Worauf es ankommt – und welche Stolpersteine häufig problematisch sind.
  • Abstinenz & Nachweise Zeiträume (6/12/15 Monate) und Methoden (Urin, Haar, PEth bei Alkohol).
  • Kosten & Planung Typische Kostenfaktoren: Gebühren, Nachweise, Begutachtung und ggf. Vorbereitung.

MPU – Grundlagen, Ablauf und wichtige Hinweise

Die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) ist ein gesetzlich geregeltes Begutachtungsverfahren zur Überprüfung der Fahreignung. Dabei wird beurteilt, ob eine Person körperlich, geistig und charakterlich geeignet ist, ein Kraftfahrzeug sicher im Straßenverkehr zu führen. Eine MPU wird angeordnet, wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen.

Die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) ist im Volksmund häufig als sogenannter „Idiotentest“ bekannt. Diese Bezeichnung wird der Untersuchung jedoch nicht gerecht. Die MPU ist ein komplexes, mehrstufiges Begutachtungsverfahren, das weit über einfache Wissens- oder Reaktionstests hinausgeht und eine fundierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten voraussetzt.

Im Rahmen der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung wird geprüft, ob die körperliche, geistige und charakterliche Fahreignung gegeben ist. Betroffen sind Personen, die im Straßenverkehr erheblich auffällig geworden sind – etwa durch Alkohol- oder Drogenfahrten, eine hohe Punktezahl oder schwerwiegende Verkehrsverstöße.

Dieser Überblick zur MPU soll die wichtigsten Grundlagen verständlich zusammenfassen. An passender Stelle wird auf weiterführende Unterseiten verwiesen, die einzelne Themen wie Ablauf, Gründe oder Vorbereitung vertiefend behandeln.

Medizinisch-Psychologische Untersuchung
Einleitung

In diesem Beitrag werden zunächst die Gründe und Ursachen erläutert, die zur Anordnung einer MPU führen können. Anschließend wird erklärt, wie eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung abläuft und welche Bestandteile sie umfasst.

Darüber hinaus wird aufgezeigt, worauf während der MPU zu achten ist, um typische Fehler zu vermeiden, die zu einem negativen Gutachten führen können. Ziel ist es, einen strukturierten Überblick zu geben und die einzelnen Schritte der Untersuchung nachvollziehbar darzustellen.

Medizinisch-Psychologisches Gutachten Vorbereitung

Wer sich einer MPU unterziehen muss, stellt sich unweigerlich die Frage, unter welchen Voraussetzungen ein positives Gutachten erteilt wird. Ein positives Ergebnis ist kein Zufall, sondern setzt eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Ursachen der Auffälligkeit sowie nachvollziehbare Veränderungen voraus.

Im Folgenden wird erläutert, welche persönlichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Schritte dazu beitragen, die Anforderungen der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung zu erfüllen und typische Fehler zu vermeiden.

Gut zu wissen

Der Ausgang einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung hängt maßgeblich davon ab, wie gut die zugrunde liegenden Problembereiche verstanden und bearbeitet wurden. Eine strukturierte Vorbereitung hilft dabei, Anforderungen realistisch einzuschätzen und typische Fehler zu vermeiden.

Abstinenz

Des Weiteren wird auf das Thema Abstinenz eingegangen. Im Rahmen der MPU ist es von zentraler Bedeutung, ob ein Abstinenznachweis erforderlich ist und über welchen Zeitraum dieser erbracht werden muss. Je nach Delikt, Konsummuster und individueller Vorgeschichte können 6, 12 oder in bestimmten Fällen auch 15 Monate Abstinenz verlangt werden.

Dabei wird erläutert, nach welchen Kriterien die Abstinenzdauer festgelegt wird und welche Nachweismethoden im Zusammenhang mit der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung anerkannt sind.

Kosten einer MPU

Wer sich näher mit dem Thema MPU auseinandersetzt, stellt schnell fest, dass im Zusammenhang mit der Untersuchung verschiedene Kosten entstehen können. Dazu zählen unter anderem behördliche Gebühren, mögliche Strafen, Kosten für Abstinenznachweise sowie Ausgaben für Vorbereitung und Begutachtung.

Für viele Betroffene stellen diese finanziellen Aufwendungen eine erhebliche Belastung dar und führen nicht selten dazu, dass die MPU zunächst aufgeschoben wird. In diesem Abschnitt wird erläutert, welche Kosten typischerweise anfallen, wie sie sich zusammensetzen und an welchen Stellen Einsparpotenzial besteht, ohne die Anforderungen der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung zu unterschreiten.

Ihre Fragen zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung

Es ist wichtig, dass Sie sich professionell und individuell vorbereiten. In einer kostenlosen Erstberatung können wir Ihre Fragen zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung beantworten.

Kostenlose MPU-Erstberatung

Wer muss sich einer MPU unterziehen?

Eine MPU müssen Personen absolvieren, bei denen die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an der Fahreignung hat. Das betrifft unter anderem Alkohol- oder Drogenfahrten, eine hohe Punktezahl im Fahreignungsregister oder schwerwiegende Verkehrsverstöße. Ziel ist die Einschätzung des zukünftigen Fahrverhaltens.

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung wird von Betroffenen häufig als sehr belastend empfunden und mitunter als übermäßig streng wahrgenommen. Ziel der MPU ist jedoch keine Schikane, sondern die Überprüfung der Fahreignung sowie die Einschätzung, ob künftig mit einem verantwortungsvollen Verhalten im Straßenverkehr zu rechnen ist.

Das MPU-Gutachten bietet die Möglichkeit, sich strukturiert und kritisch mit dem eigenen Fehlverhalten auseinanderzusetzen. Auf dieser Grundlage können Ursachen erkannt und nachhaltige Veränderungen angestoßen werden, die sich nicht nur auf das Fahrverhalten, sondern auch auf private, berufliche und persönliche Bereiche auswirken können.

Wie eine solche inhaltliche Auseinandersetzung im Rahmen einer Vorbereitung aussehen kann, wird im Abschnitt zum Ablauf und Inhalt der MPU-Beratung näher erläutert.

Wann wird eine MPU angeordnet?

Eine MPU wird angeordnet, wenn die Fahrerlaubnisbehörde begründete Zweifel an der Fahreignung hat. Typische Gründe sind wiederholter Alkoholkonsum im Straßenverkehr, Drogenkonsum, das Erreichen von acht Punkten in Flensburg oder erhebliche Straftaten mit Verkehrsbezug.

Die behördliche Anordnung einer MPU erfolgt nicht grundlos. In der Regel wird bei folgenden Verstößen eine MPU angeordnet.

40% aller MPUs finden wegen Alkoholmissbrauch statt

Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ist die Alkoholfragestellung weiterhin der häufigste Anlass für eine MPU und macht rund 40 Prozent aller Begutachtungen aus. Drogen und Medikamente folgen mit etwa 31 Prozent, während verkehrsbezogene Auffälligkeiten mit 18 Prozent den dritten Platz einnehmen.

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 86.177 Personen begutachtet. Davon erhielten rund 57 Prozent ein positives Gutachten. Etwa 38 Prozent der untersuchten Personen wurden als nicht geeignet eingestuft und erhielten ihre Fahrerlaubnis zunächst nicht zurück. In rund 5 Prozent der Fälle wurde die Teilnahme an einem Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung empfohlen.

Aus den statistischen Auswertungen wird deutlich, dass insbesondere eine unzureichende inhaltliche Auseinandersetzung mit den Ursachen der Auffälligkeit ein häufiger Grund für ein negatives Gutachten ist. Eine fehlende oder unstrukturierte Vorbereitung erhöht das Risiko, die Anforderungen der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung nicht zu erfüllen.

Die drei Teile der MPU

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung dauert in der Regel etwa drei bis vier Stunden. Sie setzt sich aus der medizinischen Untersuchung, Leistungs- und Reaktionstests sowie dem psychologischen Gespräch zusammen.

Medizinische Untersuchung:

Im medizinischen Teil der Untersuchung wird Ihr allgemeiner Gesundheitszustand untersucht, wie z. B. Reflexe, Herzfunktion und Beweglichkeit. Sind Ihnen Erkrankungen bekannt, sollten Sie sich im Vorfeld Ihrer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung ausführlich informieren, ob die Erkrankung Ihre Fahreignung beeinflusst. Die Einnahme von Medikamenten wird ebenfalls abgefragt.

Medizinisch-Psychologische Untersuchung

Reaktions- und Leistungstests:

Bei den Reaktions- und Leistungstests werden unter anderem Ihre Belastbarkeit, Ihr Reaktions- und Konzentrationsvermögen überprüft. Die Testverfahren werden an einem Computer durchgeführt und stellen für die meisten Betroffenen kein Problem dar. Die Tests sind aber erforderlich, um zu überprüfen, ob Sie alle Voraussetzungen zum Führen eines Kraftfahrzeuges erfüllen. Auch wenn Sie die Reaktions- und Leistungstests nicht bestehen sollten, sind Sie nicht sofort durchgefallen. Es gibt immer noch die Möglichkeit, durch eine sogenannte Fahrverhaltensbeobachtung festzustellen, ob Sie die Voraussetzungen zum sicheren Führen eines Fahrzeuges erfüllen. Hierzu müssen Sie mit einem Gutachter und einem Fahrlehrer eine festgelegte Strecke im Straßenverkehr abfahren.

Medizinisch-Psychologische Untersuchung

Psychologisches Untersuchungsgespräch:

Die größte Hürde ist das psychologische Gespräch. Das Gespräch beim psychologischen Gutachter ist ausführlich und kann intim werden, worauf viele nicht vorbereitet sind. In diesem Teil der Untersuchung werden Sie detailliert zu den Hintergründen und Ursachen Ihrer Delikte befragt. Der Gutachter möchte wissen, was Sie verändert haben, um zukünftig Delikte sicher vermeiden zu können. Unter MPU-Fragen finden Sie typische Fragen, die Sie dem psychologischen Gutachter beantworten müssen.

Medizinisch-Psychologische Untersuchung

Wie läuft eine MPU ab?

Am Tag Ihrer Untersuchung erfolgt die Anmeldung mit Vorlage des Personalausweises bei der amtlich anerkannten Begutachtungsstelle (Liste aller Begutachtungsstellen). Daraufhin bekommen Sie verschiedene Fragebögen ausgehändigt, die Sie zunächst ausfüllen müssen. Die Fragebögen beinhalten Fragen zum Thema Führerschein und zu Ihren persönlichen Verhältnissen. Darüber hinaus werden verschiedene medizinische Fragen gestellt.

Später werden die Fragebögen dem psychologischen Gutachter und dem Arzt vorgelegt.

Am Tag Ihrer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung sollten sämtliche relevanten Unterlagen bezüglich psychologischer und medizinischer Vorbereitung (beispielsweise Abstinenzbelege, Bescheinigung Ihrer Vorbereitung o.ä.) vorliegen. Die Unterlagen sollten dem Gutachter vorgelegt werden. Notfalls können alle Unterlagen auch nachgereicht werden. Das ist IMMER möglich.

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Dinge, die Sie während Ihrer MPU beachten sollten

Wie bestehe ich meine MPU?

Jeder möchte seine MPU direkt beim ersten Anlauf bestehen. Keiner möchte ein negatives Gutachten in den Händen halten und weiterhin auf seine Mobilität verzichten. Berufliche und private Konsequenzen sind oft gravierend, wenn man seine MPU nicht besteht. Auch schießen die MPU-Kosten weiter in die Höhe, wenn nicht bestanden wird. Frustration und Ärger sind die Folge.

Genau aus diesen Gründen ist es wichtig, bei der Vorbereitung keine Fehler zu machen und den MPU-Ablauf Schritt für Schritt genau zu befolgen. Viele Betroffene informieren sich oft viel zu spät und machen einen der größten MPU-Fehler. Die Dauer einer MPU-Vorbereitung wird oft unterschätzt, sodass wertvolle Zeit verloren geht. Es ist wichtig, so früh wie möglich mit seinen Vorbereitungsmaßnahmen zu beginnen. Auch die psychologischen Gutachter sehen es lieber, wenn der Prüfling seine Vorbereitung über einen längeren Zeitraum durchlaufen hat. Wenn man sich einer Drogen oder Alkohol MPU unterziehen muss, muss zunächst die Frage der Abstinenz und der Abstinenzdauer geklärt werden.

Medizinisch-Psychologische Untersuchung

Brauche ich Abstinenz?

Um unnötige Verzögerungen zu vermeiden, ist es sinnvoll, sich frühzeitig vor der MPU mit einer fachkundigen Person auseinanderzusetzen, die mit den Beurteilungskriterien der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung vertraut ist. Insbesondere bei einer Alkohol- oder Drogen-MPU sollte rechtzeitig geklärt werden, ob Abstinenznachweise erforderlich sind und über welchen Zeitraum diese zu erbringen sind.

Je nach Fragestellung können 6, 12 oder in bestimmten Fällen auch 15 Monate Abstinenz verlangt werden. In anderen Konstellationen ist es möglich, die MPU ohne Abstinenznachweis zu bestehen, sofern die individuellen Voraussetzungen erfüllt sind.

Fehleinschätzungen beim Thema Abstinenz und Abstinenzdauer führen häufig zu vermeidbaren Nachteilen. Dazu zählen unter anderem ein negatives Gutachten oder ein zu spät begonnenes Abstinenzkontrollprogramm, wodurch sich der gesamte Prozess erheblich verlängern kann.

Wichtig ist, dass ein Abstinenzkontrollprogramm ausschließlich bei einem anerkannten Labor durchgeführt wird, das die CTU-Kriterien erfüllt. Nur unter diesen Voraussetzungen werden die Abstinenznachweise im Rahmen der MPU anerkannt.

Abstinenzbelege beim Hausarzt sind hierfür nicht zulässig und werden von den Begutachtungsstellen nicht akzeptiert.

Wie kann ich Abstinenz nachweisen?

Ein Abstinenznachweis kann im Rahmen der MPU über Urinkontrollen, Haaranalysen oder – bei einer Alkoholfragestellung – auch über Blutuntersuchungen auf PEth (Phosphatidylethanol) erfolgen. Alle genannten Verfahren gelten als anerkannte Bestandteile eines regulären Abstinenzkontrollprogramms, sofern sie nach den geltenden Qualitäts- und Kontrollkriterien durchgeführt werden.

Der PEth-Wert ist ein direkter Alkoholmarker im Blut und eignet sich zur Kontrolle eines zurückliegenden Alkoholkonsums über mehrere Wochen. PEth wird bei Alkohol-MPUs regelmäßig im Rahmen eines normalen Kontrollprogramms eingesetzt und ist kein Sonder- oder Ausnahmeverfahren.

Früher wurden teilweise Leberwerte zum Nachweis einer Abstinenz herangezogen. Dies ist seit vielen Jahren nicht mehr zulässig, da Leberwerte allein keinen verlässlichen Abstinenzbeleg darstellen. Ihre Bedeutung ist dennoch gegeben: Bei Alkoholauffälligkeiten werden die Leberwerte im medizinischen Teil der MPU weiterhin berücksichtigt. Die Bedeutung der Leberwerte liegt dabei in der ergänzenden medizinischen Einordnung.

Weiterführende Informationen zu den Kosten eines Abstinenzkontrollprogramms finden sich auf der Seite MPU-Kosten.
Die Anmeldung zu einem Abstinenzkontrollprogramm ist unter anderem über ein anerkanntes Partnerlabor möglich, beispielsweise über diesen Link.

Medizinisch-Psychologisches Gutachten Vorbereitung

Es ist wichtig, sich auf das medizinisch-psychologische Gutachten sorgfältig vorzubereiten, um die MPU möglichst beim ersten Anlauf zu bestehen. Die psychologischen MPU-Fragen sind häufig sehr komplex. Ohne fachliche Unterstützung ist es für viele Betroffene schwer, sich darauf ausreichend vorzubereiten. Die offizielle Durchfallquote liegt aktuell bei 38 Prozent.

Die Beurteilung im Rahmen der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung erfolgt anhand strenger und komplexer Begutachtungsleitlinien, die von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) herausgegeben werden. Aus diesem Grund sollte die MPU nicht unterschätzt werden. Eine fundierte und fachlich begleitete Vorbereitung hilft dabei, die Anforderungen realistisch einzuordnen und typische Fehler zu vermeiden.

Wichtig ist, dass Sie sich für einen seriösen MPU-Berater entscheiden, der als qualifizierter Verkehrspsychologe tätig ist. Rund um die MPU kursieren zahlreiche Erfahrungsberichte und MPU-Mythen , die häufig zu falschen Erwartungen führen.

Eine professionelle MPU-Beratung kann wesentlich dazu beitragen, die Anforderungen der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung realistisch einzuordnen und gezielt darauf hinzuarbeiten. Voraussetzung für ein positives Gutachten ist eine gründliche und nachvollziehbare Aufarbeitung des Delikts bzw. der Delikte sowie der persönlichen Hintergründe.

Darüber hinaus müssen konkrete und stabile Verhaltensveränderungen herausgearbeitet werden, die eine positive Prognose für das zukünftige Verhalten im Straßenverkehr ermöglichen. Eine fachlich fundierte Aufarbeitung ist ohne die Unterstützung eines Verkehrspsychologen in der Regel kaum zu leisten.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine fachlich angemessene Vorbereitung auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung in der Regel nur durch einen Verkehrspsychologen gewährleistet werden kann. Eine individuelle Einschätzung der eigenen Ausgangslage ist beispielsweise im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung möglich.

Gleichzeitig ist dringend davon abzuraten, vermeintliche MPU-Tricks anzuwenden oder sich auf illegale Angebote wie den Kauf eines positiven MPU-Gutachtens einzulassen. Solche Vorgehensweisen führen regelmäßig zu negativen Begutachtungsergebnissen und können zusätzliche rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Medizinisch-Psychologische Untersuchung

Kosten bei der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung reduzieren

Die wirksamste Möglichkeit, die Kosten im Zusammenhang mit der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung gering zu halten, besteht darin, die MPU beim ersten Anlauf zu bestehen. Jede erneute Begutachtung verursacht zusätzliche Ausgaben und verlängert den gesamten Prozess.

Darüber hinaus kann es Kosten sparen, frühzeitig zu klären, ob überhaupt Abstinenznachweise erforderlich sind. In der Praxis wird nicht selten ein aufwendiges und kostenintensives Abstinenzkontrollprogramm begonnen, obwohl es für die jeweilige Fragestellung nicht notwendig gewesen wäre.

Auch die Wahl des Labors spielt eine Rolle: Die Preise für Abstinenzkontrollprogramme unterscheiden sich teils deutlich, obwohl die Anforderungen identisch sind. Eine sachliche Einordnung der anfallenden Kosten und ihrer Bestandteile findet sich im Überblick zu den MPU-Kosten.

FAQ – MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung)

? Was ist die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung)?

Die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) ist ein komplexes, mehrstufiges Begutachtungsverfahren. Dabei wird geprüft, ob die körperliche, geistige und charakterliche Fahreignung gegeben ist – insbesondere bei Personen, die im Straßenverkehr erheblich auffällig geworden sind.

? Warum wird die MPU oft „Idiotentest“ genannt?

Im Volksmund wird die MPU häufig als „Idiotentest“ bezeichnet. Diese Bezeichnung wird der Untersuchung jedoch nicht gerecht, da es sich um ein umfangreiches Begutachtungsverfahren handelt, das weit über einfache Wissens- oder Reaktionstests hinausgeht.

Warum die MPU kein „Idiotentest“ ist

? Wird die MPU als Schikane durchgeführt?

Die MPU wird von Betroffenen oft als sehr belastend empfunden. Ziel ist jedoch keine Schikane, sondern die Überprüfung der Fahreignung und die Einschätzung, ob künftig mit verantwortungsvollem Verhalten im Straßenverkehr zu rechnen ist.

? In welchen Fällen wird eine MPU angeordnet?

Eine behördliche Anordnung erfolgt nicht grundlos. In der Regel wird eine MPU angeordnet bei:

  • ab 1,6 Promille Blutalkohol bzw. wiederholtem Fahren unter Alkoholeinfluss
  • Drogenkonsum oder Besitz von Drogen und/oder Medikamentenmissbrauch
  • 8 Punkten in Flensburg
  • erheblichen Straftaten
? Wie lange dauert die Medizinisch-Psychologische Untersuchung?

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung dauert in der Regel etwa 3–4 Stunden.

? Aus welchen Teilen besteht die MPU?

Die MPU ist in drei Teile untergliedert: medizinische Untersuchung, Leistungs- und Reaktionstests sowie das psychologische Untersuchungsgespräch.

? Was wird im medizinischen Teil der MPU geprüft?

Im medizinischen Teil wird der allgemeine Gesundheitszustand untersucht (z. B. Reflexe, Herzfunktion, Beweglichkeit). Außerdem werden bekannte Erkrankungen und die Einnahme von Medikamenten abgefragt.

? Was passiert bei Leistungs- und Reaktionstests – und was, wenn man sie nicht besteht?

Bei den computerbasierten Tests werden unter anderem Belastbarkeit, Reaktions- und Konzentrationsvermögen überprüft. Die Tests stellen für die meisten Betroffenen kein Problem dar.

Auch wenn die Tests nicht bestanden werden, ist man nicht automatisch durchgefallen: Es kann eine Fahrverhaltensbeobachtung möglich sein (Fahrt mit Gutachter und Fahrlehrer auf festgelegter Strecke).

? Warum gilt das psychologische Gespräch als größte Hürde?

Das Gespräch ist ausführlich und kann sehr persönlich werden. Dabei werden die Hintergründe und Ursachen der Delikte besprochen. Gutachtende möchten wissen, was verändert wurde, um Delikte künftig sicher zu vermeiden.

Typische MPU-Fragen

? Was passiert am Tag der MPU (Ablauf vor Ort)?

Am Untersuchungstag erfolgt die Anmeldung bei der amtlich anerkannten Begutachtungsstelle unter Vorlage des Personalausweises. Anschließend werden Fragebögen ausgehändigt (u. a. zu Führerschein und persönlichen Verhältnissen sowie medizinische Fragen). Später werden diese Unterlagen dem psychologischen Gutachter und dem Arzt vorgelegt.

? Welche Unterlagen sollte ich zur MPU mitbringen – und kann ich etwas nachreichen?

Relevante Unterlagen zur psychologischen und medizinischen Vorbereitung (z. B. Abstinenzbelege, Bescheinigung der Vorbereitung o. ä.) sollten am Tag der MPU vorliegen und vorgelegt werden. Falls etwas fehlt, können Unterlagen nachgereicht werden – das ist möglich.

? Worauf sollte ich während der MPU achten?
  • ausgeschlafen erscheinen
  • absolut nüchtern erscheinen (keine Drogen, kein Alkohol, keine anderen Substanzen)
  • kooperatives Verhalten zeigen
  • pünktlich sein und Wartezeiten einplanen
  • Vorwürfe gegen Behörden, Zweifel an der Rechtmäßigkeit oder Rechtfertigungen vermeiden
  • bei sprachlichen Schwierigkeiten einen Dolmetscher hinzuziehen
? Brauche ich für eine Alkohol- oder Drogen-MPU Abstinenznachweise (6, 12 oder 15 Monate)?

Ob Abstinenzbelege erforderlich sind und über welchen Zeitraum sie erbracht werden müssen, ist für die MPU zentral. Je nach Delikt, Konsummuster und individueller Vorgeschichte können 6, 12 oder in bestimmten Fällen auch 15 Monate erforderlich sein.

Abstinenz: 6, 12 oder 15 Monate  |  MPU ohne Abstinenznachweis

? Wie kann ich Abstinenz nachweisen (Urin, Haaranalyse, PEth) – und was gilt für Hausarzt & CTU?

Ein Abstinenznachweis kann im Rahmen der MPU über Urinkontrollen oder Haaranalysen erfolgen. Bei Alkoholfragestellungen kann außerdem PEth (Phosphatidylethanol) im Blut im Rahmen eines Kontrollprogramms eingesetzt werden.

Wichtig ist, dass das Abstinenzkontrollprogramm bei einem anerkannten Labor durchgeführt wird, das die CTU-Kriterien erfüllt. Abstinenzbelege beim Hausarzt sind nicht zulässig und werden nicht akzeptiert.

Warum Abstinenzbelege beim Hausarzt nicht möglich sind

? Welche Rolle spielen Leberwerte und welche Kosten können insgesamt entstehen?

Leberwerte sind kein Abstinenznachweis (das ist seit vielen Jahren nicht mehr möglich). Bei Alkoholfragestellungen behalten sie dennoch Bedeutung, weil sie im medizinischen Teil der MPU genau betrachtet werden können.

Im Zusammenhang mit der MPU können verschiedene Kosten entstehen, z. B. behördliche Gebühren, mögliche Strafen, Kosten für Abstinenznachweise sowie Ausgaben für Vorbereitung und Begutachtung.

Bedeutung der Leberwerte  |  MPU-Kosten

MPU-Gutachter Gunnar Hoyer
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