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Teil I – MPU-Mythen und Horrorgeschichten über die MPU – Teil I einer vierteilige Serie über die Realität der MPU-Prüfung

Teil 1 – Über Willkür und Mutwillen in der MPU

Als wäre es nicht sowieso schon belastend genug, dass man eine MPU Prüfung absolvieren muss, damit man seinen Führerschein nicht dauerhaft verliert, hören Sie nun auch noch etliche Horrorgeschichten darüber, wie schwer diese Prüfung zu bestehen ist? Manch einer behauptet sogar, es ist absolut unmöglich die Prüfung ohne eine Vorbereitung zu bestehen.

 

 

Ist die MPU wirklich so schlimm und auf welche MPU-Fragen müssen Sie sich einstellen? Darüber möchten wir Sie in unserer vierteiligen Serie über Horror und Realität bei der MPU aufklären.

In diesem ersten Teil widmen wir uns dem mutwilligen “Durchfallenlassen” von TeilnehmerInnen einer MPU und der den PrüferInnen häufig vorgeworfenen MPU Willkür. Was ist dran an den Gerüchten und was sagen eigentlich die offiziellen Beurteilungskrierien der DGVP & DGVM dazu? Schließlich werden Sie von VerkehrspsychologInnen und/oder ÄrztInnen geprüft und diese müssen sich nach diesen offiziellen Beurteilungskriterien bei der MPU richten. Dazu möchten wir uns anhand von einigen negativen Erfahrungen von MPU TeilnehmerInnen herantasten.

 

Fast alle von uns kennen mindestens eine Geschichte von Freunden, Bekannten oder entfernten Verwandten, die von einem absolut böswilligen Prüfer bei der Medizinisch Psychologischen Beurteilung berichten. ,,Es war eine völlig willkürliche Entscheidung!”, sagen dann einige durchgefallene VerkehrsteilnehmerInnen. Auch die Mythen von vielen banalen Gründen, weshalb man durchfallen kann, ziehen sich mittlerweile über Generationen.

Hierzu ein echter Erfahrungbericht von Luis W. (Name aus datenschutzrechtlichen Gründen verändert):

Erfahrungsbericht von Luis W.: Die Ausnahme wird zur Vollkatastrophe

,,Mein MPU Prüfer hat mich absichtlich falsch verstanden und wegen einer total schwachsinnigen Frage durchfallen lassen.”

Luis W. war am Samstagabend zu Besuch bei Freunden. Die Beförderung eines Kollegen wurde gefeiert und Luis hat einige Glas Bier getrunken. Die Party zog sich bis spät in die Nacht hinein. Luis W. war mit dem Auto zu seinem Freund gefahren und wusste, dass er höchstwahrscheinlich mittlerweile über dem erlaubten Promillewert liegt. Er ließ sich trotzdem dazu hinreißen “ausnahmsweise” das Auto für die Heimfahrt zu nehmen, da sein Freund etwas ausserhalb der Stadt wohnte, was die Heimfahrt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln sehr unattraktiv machte und mehrere Stunden gedauert hätte. Ein Taxi war ihm auch zu teuer. Nach 10 Minuten Heimfahrt im eigenen Auto war es dann passiert. Luis geriet in eine Mausefalle und ein Promillewert von 1,7 wurde bei ihm festgestellt.

Er musste deshalb eine Alkohol MPU absolvieren und bestehen, um seinen Führerschein zurückzubekommen. Da es das erste Mal war, dass er alkoholisiert am Steuer erwischt wurde und keinerlei weitere Vergehen hatte, dachte er, dass er die MPU ohne Probleme bestehen würde.

 

Der Termin seiner MPU war dann endlich gekommen und Luis war sich sicher, dass er jetzt bald wieder seinen Führerschein haben würde. Am Tag seiner MPU wurde er schließlich ins Zimmer gerufen, begrüßt und der Prüfer fragte, ob er heute schon etwas getrunken hätte.

 

,,Nein, natürlich nicht!”, sagte Luis halb nervös, halb im Spaße.

,,Sie haben heute noch gar nichts getrunken?”, fragte der Prüfer erneut mit argwöhnischem Blick.

,,Naja doch, klar, aber nur Wasser und Kaffee halt.”, sagte Luis verwirrt. Er war doch schließlich hier wegen einer MPU wegen Alkohol.

,,Das Erste, woran Sie denken, wenn ich Sie das frage, ist also Alkohol?”, fragte der Prüfer trocken. Luis merkte, wie das Gefühl von Wut und Anspannung ihm auf die Zunge kroch, verkniff sich dennoch eine schnappige Antwort.

 

,,Nein, natürlich nicht, aber das ist ja der Grund, warum ich hier bin und deshalb habe ich gedacht Sie fragen nach Alkohol. Normalerweise fahre ich nie betrunken Auto, aber an dem einen Abend habe ich mich hinreißen lassen.”, sagte Luis.

Das Gespräch ging noch einige Zeit weiter und am Ende wurde ihm das negative Ergebnis bereits mündlich mitgeteilt: Durchgefallen.

Luis war sauer und perplex. “Alles nur, wegen dieser einen bescheuerten Frage”. Die MPU war eine Vollkatastrophe für ihn.

,,Ich hätte mir im Nachhinein gewünscht eine MPU Vorbereitung gemacht zu haben. Als ich durchgefallen bin, war ich so sauer und dachte ich könnte die MPU dann wohl niemals bestehen.”

Dieser Erfahrungsbericht ist erst einmal abschreckend. Hat der Prüfer Luis wirklich nur wegen dieser einen Frage durchfallen lassen? Wäre das nicht unfair? Mochte der Prüfer Luis vielleicht einfach nicht? Wie konnte Luis sich mit einem so hohen Promillewert ins Auto setzen? Steckt vielleicht doch mehr dahinter als nur ein einmaliger Fehler? Vielleicht war er nicht einsichtig oder hat andere Probleme, weshalb es zu dem Delikt kam? Fragen über Fragen, die wir nicht allein aus einem Erfahrungsbericht beantworten können.

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, möchten wir uns nun den Ablauf und die Beurteilungskriterien für MPU PrüferInnen genauer ansehen.

Richtlinien und Beurteilungskriterien für das Gutachten der MPU – die Realität?

Die komplette MPU besteht aus drei Teilen (einem medizinischen Check, einem Leistungstest am Computer und einem psychologischen Gespräch) und dauert insgesamt mehrere Stunden – das psychologische Gespräch geht circa eine Stunde, wobei sich der Prüfer die Notizen für sein anschließendes Gutachten erstellt. Dieses Gutachten, welches der prüfende Verkehrspsychologe und der Arzt gemeinsam auf Grundlage der Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung erstellt, berichtet darüber, warum Sie die MPU bestanden haben oder nicht. Grundsätzlich muss sich dabei jeder Prüfer/jede Prüferin nach einem vorgeschriebenen Aufbau für das Gutachten richten. Die Elemente dieses Gutachtens bauen aufeinander auf und stellen gewissermaßen die Gesprächsgrundlage für Ihr Prüfungsgespräch dar. Ihr Gutachten muss nachvollziehbar, wissenschaftlich prüfbar und verständlich gestaltet sein.

Zunächst geht es um den Anlass und die Fragestellung Ihrer Untersuchung: Machen Sie eine Alkohol MPU, Drogen MPU, Punkte MPU oder Straftaten MPU?

Anschließend wird ein Überblick über Ihre Vorgeschichte erstellt. Akten werden eingesehen und Ihre Vorgeschichte wird fachlich bewertet. Was stellt die Voraussetzung dar, damit Sie in Zukunft nicht noch einmal die relevanten Delikte begehen?

Im dritten Teil soll die medizinisch-psychologische Komponente Ihrer Fahreignungsdefizite beleuchtet werden. Gibt es medizinische oder psychologische Ursachen, die einen Einfluss auf Ihr Delikt hatten? Diese Befunde werden von Ihrem Prüfer bewertet.

 

Schlussendlich muss die behördliche Fragestellung, die Ihrer MPU zugrunde liegt, von den PrüferInnen beantwortet werden. Damit ist das positive oder negative Gutachten gemeint. Falls Sie die MPU nicht bestehen sollten, werden Ihnen mündlich oder auch im Gutachten sogenannte Empfehlungen gegeben. Diese Empfehlungen sollen Ihnen dabei helfen, Ihre Fahreignungsdefizite zu beheben.

Das Fazit: Wie willkürlich sind die MPU PrüferInnen wirklich?

Nachdem wir uns nun sowohl dem Horror aus dem negativen Erfahrungsbericht eines MPU Prüflings gewidmet haben und anschließend den gesetzlichen und behördlichen Vorgaben für das Gutachten der MPU, können wir Folgendes schlussfolgern:

Der MPU-Ablauf kann keineswegs in reiner Willkür von Seiten der PrüferInnen erfolgen. Die PrüferInnen haben festgeschriebene Beurteilungskriterien, die sie in jeder Prüfung anwenden müssen und nach denen sie sich richten sollen. Die erstellten Gutachten der Ärzte oder PsychologInnen müssen der Wissenschaftlichkeit ihrer Fachgebiete standhalten und nachvollziehbar, sowie verständlich sein. Trotzdem kann der Faktor Mensch nie ausgeschlossen werden. 

 

Wo auch immer Menschen aufeinandertreffen, kommt es automatisch zu Sympathien und Antipathien – auch wenn bestimmte Berufsgruppen, wie z.B. Ärzte, Anwälte, Psychologen oder Lehrer dazu ausgebildet sind, diese Faktoren auch ausblenden zu können, handelt es sich trotzdem um Menschen. Was die PrüferInnen in der MPU allerdings verbindet ist, dass es sich um Ärzte oder Psychologen handelt, die sich dazu verpflichtet haben den Menschen zu helfen. Das oberste Ziel der MPU ist deshalb Ihre Fahrtüchigkeit für Ihre eigene Sicherheit und die Sicherheit Anderer festzustellen.

Eine MPU wird erst nach mehreren Delikten oder besonders schwerfälligen Delikten angeordnet, die darauf hinweisen, dass in Frage gestellt werden muss, ob Sie verkehrstüchtig sind. Vielleicht haben Sie sogar selbst noch nicht genau verstanden, weshalb es eigentlich zu Delikten Ihrerseits kam.


Und genau dabei möchten wir Ihnen mit unserer MPU-Beratung helfen. In unseren vertraulichen Beratungsgespräch ergründen wir gemeinsam mit Ihnen biographische Faktoren, die womöglich zu den Delikten geführt- oder beigetragen haben. Nur wenn Sie diese negativen Verhaltensmuster hinterfragen und verstehen, können Sie die PrüferInnen davon überzeugen, dass Sie ernsthaft und eigenwillig eine Besserung der negativen Verhaltensmuster anstreben und durchführen können. Diese Maßnahmen zur Besserung werden wir Ihnen auch konkret in der MPU Beratung aufzeigen: z.B. das kontrollierte Trinken.


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