Kurzübersicht: Wann meldet sich die Führerscheinstelle?
Entscheidend ist, ob die Fahrerlaubnis entzogen wurde oder ob die Behörde Eignungsbedenken ohne Entzug prüft.
Fahrerlaubnis entzogen
In der Regel keine automatische Meldung. Häufig wird es erst konkret, wenn ein Antrag auf Neuerteilung gestellt wird.
Kein Entzug, aber Eignungsbedenken
Typisch z. B. bei Fahrrad ab 1,6 Promille oder wiederholten Alkoholfahrten mit dem Auto unter 1,6 Promille. Dann kommt Post oft einige Wochen bis etwa 1–3 Monate nach dem Vorfall, sobald der Vorgang geprüft wurde.
Warten kostet oft wertvolle Zeit
Viele Fälle werden erst später durch die Führerscheinstelle konkret geprüft – bis dahin vergeht oft Zeit, die später fehlt. Eine kurze Einschätzung durch eine verkehrspsychologische Fachperson kann frühzeitig klären, ob eine MPU wahrscheinlich ist – oder nicht.
Dauer: ca. 10–15 Minuten · telefonisch oder per Videocall
Viele Betroffene gehen davon aus, dass mit einem Urteil oder Bußgeldbescheid automatisch feststeht, ob eine MPU erforderlich ist. Tatsächlich trifft diese Entscheidung ausschließlich die Führerscheinstelle im Rahmen ihrer eigenen Eignungsprüfung.
Besonders relevant ist das in Fällen, in denen die Fahrerlaubnis zunächst nicht entzogen wird. Dazu zählen vor allem Trunkenheitsfahrten mit dem Fahrrad ab 1,6 Promille sowie wiederholte Alkoholfahrten mit dem Auto unterhalb von 1,6 Promille. Auch hier kann die Behörde Zweifel an der Fahreignung annehmen und eine MPU verlangen – häufig zeitlich verzögert.
Für Betroffene fühlt sich diese Phase oft wie Stillstand an: Nach dem Vorfall passiert scheinbar nichts. In der Praxis meldet sich die Führerscheinstelle jedoch, sobald der Vorgang vollständig vorliegt und intern geprüft wurde. Die Dauer hängt von Region, Aktenlauf und Auslastung der Behörde ab.
Wurde die Fahrerlaubnis bereits entzogen, ist der Ablauf ein anderer. In diesen Fällen meldet sich die Führerscheinstelle meist nicht von selbst. Erst mit dem Antrag auf Neuerteilung wird festgelegt, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind und ob ein positives MPU-Gutachten erforderlich ist.
In der Praxis zeigt sich immer wieder: Wer erst reagiert, wenn das behördliche Schreiben vorliegt, gerät schnell unter erheblichen Zeitdruck. Gerade bei Abstinenznachweisen oder der persönlichen Aufarbeitung lässt sich verlorene Zeit kaum nachholen. Das ist einer der Hauptgründe für die hohe MPU-Durchfallquote.
Orientierung bieten unter anderem der Abstinenznachweis (6 oder 12 Monate), typische MPU-Fehler sowie häufige MPU-Fragen. Wer diese Punkte frühzeitig kennt, kann das Verfahren deutlich planbarer angehen.
Rechtsgrundlage: Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)
FAQ – Führerscheinstelle & MPU
★ Wann meldet sich die Führerscheinstelle wegen einer MPU?
Das hängt davon ab, ob die Fahrerlaubnis bereits entzogen wurde. Nach einem Entzug meldet sich die Führerscheinstelle meist nicht automatisch – häufig wird die MPU erst im Neuerteilungsverfahren konkret. Ohne Entzug (z. B. Fahrrad ab 1,6 Promille oder wiederholte Alkoholfahrten unter 1,6) kommt das Schreiben oft einige Wochen bis etwa 1–3 Monate nach dem Vorfall, sobald der Vorgang bei der Behörde geprüft wurde.
? Wann meldet sich die Führerscheinstelle wegen BTM?
Bei BTM-Sachverhalten erfolgt die Rückmeldung häufig zeitverzögert, nachdem der Vorgang bei der Führerscheinstelle eingegangen und ausgewertet wurde. Der Zeitpunkt hängt stark vom Aktenlauf und der Auslastung der Behörde ab. Wichtig: Auch ohne sofortigen Entzug kann die Behörde eine Eignungsprüfung einleiten und später ein Gutachten verlangen.
? Wie erfahre ich, ob ich eine MPU machen muss?
Verbindlich erfahren Sie das nur durch ein Schreiben der Führerscheinstelle. Ein Urteil oder Strafbefehl enthält häufig keine klare Aussage zur MPU. Wenn die Fahrerlaubnis entzogen wurde, wird die Frage einer MPU oft erst bei der Bearbeitung des Neuerteilungsantrags entschieden.
? Führerscheinstelle: MPU nachfragen – bringt das etwas?
Nachfragen ist möglich, führt aber nicht immer zu einer verbindlichen Auskunft – vor allem dann nicht, wenn der Vorgang noch nicht vollständig vorliegt oder noch kein Neuerteilungsantrag gestellt wurde. Ein fehlendes Schreiben bedeutet deshalb nicht automatisch, dass keine MPU angeordnet wird.
? MPU-Anordnung nach zwei Jahren – kann das passieren?
Ja. Eine MPU kann auch nach längerer Zeit relevant werden, insbesondere wenn die Fahrerlaubnis entzogen war und der Antrag auf Neuerteilung erst später gestellt wird. Dann prüft die Führerscheinstelle erneut die Fahreignung und kann ein Gutachten verlangen.
? Wer ordnet die MPU an – Gericht, Polizei oder Führerscheinstelle?
Die MPU wird ausschließlich von der Führerscheinstelle angeordnet. Das Gericht entscheidet über Strafe und gegebenenfalls Sperrfristen – die Frage der Fahreignung und eines Gutachtens wird verwaltungsrechtlich von der Behörde bewertet.
? Was passiert, wenn die Führerscheinstelle sich gar nicht meldet?
Gerade nach einem Entzug ist das nicht ungewöhnlich: Ohne Neuerteilungsantrag bleibt es häufig still. In Fällen ohne Entzug kann die Bearbeitung schlicht dauern. „Keine Post“ heißt daher nicht automatisch „keine MPU“.
? Erstvergehen BTM und Führerschein: Muss ich sofort mit einer MPU rechnen?
Auch beim Erstvergehen kann eine Eignungsprüfung erfolgen. Entscheidend ist nicht nur, ob es das erste Mal war, sondern ob aus Sicht der Behörde Eignungszweifel bestehen (z. B. Substanz, Konsummuster oder Zusammenhang mit dem Straßenverkehr). Ob und wann eine MPU verlangt wird, teilt die Führerscheinstelle schriftlich mit.