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MPU Fahrrad: Alles, was man als Fahrradfahrer zur MPU wissen sollte

Auch als Fahrradfahrer kann man seinen Führerschein verlieren, wenn man mit 1,6 Promille oder mehr am Straßenverkehr teilnimmt. In vielen Fällen wird hier zwar nicht direkt der Führerschein entzogen, jedoch eine MPU angeordnet. Erfahren Sie alles zum Thema Fahrrad MPU.

Man könnte meinen, es sei eine gute Idee, statt mit dem Auto, mit dem Fahrrad zu einer Party zu fahren

Viele mögen denken, dass es doch viel besser ist, mit einem Fahrrad zu einer Party zu fahren und das Auto stehenzulassen. Die Straßenverkehrsordnung und die Polizei sehen das jedoch anders. Auch als betrunkener Fahrradfahrer stellen Sie eine ernste Gefahr für sich selbst und andere Teilnehmer am Straßenverkehr dar. 

Selbst, wenn man gar nicht im Besitz eines Führerscheins ist, kann man einiges verlieren, wenn man mit 1,6 Promille oder mehr von der Polizei angehalten wird und die Fahrrad MPU nicht besteht. Das Straßenverkehrsamt bzw. die Führerscheinstelle kann Ihnen nämlich auch das Führen von nicht motorisierten Fahrzeugen verbieten. Am Ende geht es nur darum, wie die diagnostische Einordnung durch den Gutachter ausgeht, sprich die Ausprägung des Alkoholproblems eingeschätzt wird. 

Was ist genau die Aufgabe eines Gutachters bei einer MPU?

Ob es sich nun um eine MPU für Fahrradfahrer oder jede andere Art von Alkohol MPU handelt, der Gutachter hat nur ein Ziel: Er muss für die Straßenverkehrsbehörde eine Prognose darüber abgeben, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie zukünftig wieder mit Alkohol auffällig werden oder eben auch nicht. 

 

Mithilfe seiner Erfahrung und entsprechenden Fragen, Tests und Untersuchungen kann er am Ende der MPU eine verlässliche Einschätzung geben. Dafür sind diese Gutachter psychologisch und fachlich geschult. Insbesondere das verkehrspsychologische Evaluationsgespräch ist der Teil, bei dem viele durchfallen. 

 

Der Gutachter will feststellen, warum es zu dem Verstoß gekommen ist, ob Sie sich glaubhaft, selbstkritisch und ehrlich mit Ihrem Fehlverhalten auseinandergesetzt haben und wie die Chancen stehen, dass ein solcher Vorfall nicht wieder auftritt.  

Fahrrad Alkohol MPU: Warum scheitern so viele an der MPU?

Die Gründe für ein Scheitern bei der Fahrrad MPU sind vielseitig. Hier einige der möglichen Gründe:

 

  • Der Fahrradfahrer nimmt die MPU nicht richtig ernst, denn es war ja “nur” ein Verstoß mit dem Drahtesel.
  • Der Teilnehmer an der Fahrrad MPU hat sich nicht ausreichend vorbereitet und ist insbesondere den Fragen im verkehrspsychologischen Gespräch nicht gewachsen.
  • Die Zeit war nicht lang genug, um einen ausreichenden Nachweis zum kontrollierten Trinken zu erbringen. 
  • Die Zeit für einen 6- oder 12-monatigen Abstinenznachweis war nicht ausreichen

Welche Folgen hat das Nichtbestehen der Fahrrad MPU?

Kann der Fahrradfahrer in der MPU nicht überzeugen, muss der Gutachter von einem erhöhten Wiederholungsrisiko ausgehen. Die Folge ist, dass Ihr Führerschein sofort entzogen wird. Um den Führerschein wieder zurückzubekommen, kann nach einigen Monaten eine erneute MPU gemacht werden. 

 

Natürlich bedeutet dies einen enormen Zeitverlust, deutlich mehr Kosten und mögliche Auswirkungen auf den Beruf und das Privatleben, denn ohne Führerschein sind viele alltägliche Dinge aufwendig zu organisieren. 

Die zeitliche Krux bei der Fahrrad Alkohol MPU

Wird man als Fahrradfahrer mit einem Alkoholwert von 1,6 Promille oder mehr erwischt, wird häufig eine Frist von 3 Monaten zur Vorlage einer positiven MPU gesetzt. Um jedoch eine positive MPU mit dem Nachweis für kontrolliertes Trinken zu erbringen, sollte dieses mindestens für 6 Monate erfolgen und belegt werden. Ein Nachweis über einen noch längeren Zeitraum wäre für das Bestehen der MPU noch vorteilhafter. 

 

Aber genau hier besteht die Krux an der Sache. Einerseits hat man nur 3 Monate Zeit, andererseits soll man in dieser Zeit aber 6 Monate kontrolliertes Trinken nachweisen oder Abstinenz erbringen.

Fristverlängerung und Einsprüche haben wenig Erfolg

Solange Sie noch im Besitz Ihres Führerscheins sind, sind die Chancen auf einen erfolgreichen Einspruch oder einen Antrag auf Fristverlängerung sehr gering – selbst mit anwaltlicher Unterstützung. 

Promillegrenzen und Folgen: Fakten zur Fahrrad MPU

Nachfolgend haben wir Ihnen eine Vielzahl von Informationen in Form von Fragen und Antworten zum Thema: betrunken Fahrrad fahren MPU zusammengestellt:

Wie sind die Promillegrenzen bei Fahrradfahrern?

Auch wenn das Gesetz ursprünglich gar keine konkreten Promillewerte festgelegt hat, haben sich die Werte im Laufe der Jahre durch entsprechende gerichtliche Urteile ergeben. § 316 des Strafgesetzbuches sagt: 

 

“Wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.”

 

Zwischen 0,3 und 1,59 Promille Alkohol kommt es in aller Regel bereits zu einer strafrechtlichen Verfolgung des Tatbestandes, wenn der Fahrradfahrer den Verkehr gefährdet hat oder gar an der Ursache eines Unfalls schuldig ist. Ab 1,6 Promille liegt automatisch eine Straftat vor, auch wenn nichts weiter geschehen ist. Die reine, potenzielle Gefährdung des Straßenverkehrs ist hier ausreichend. 

Mit welchen Folgen muss man rechnen, wenn man mit Alkohol auf dem Fahrrad auffällig wird

Es gibt viele verschiedene Szenarien, die auf Sie zutreffen könnten. Hierbei ist es übrigens gleichgültig, ob Sie mit dem Fahrrad, einem E-Bike, dem E-Roller, Scooter oder E-Scooter unterwegs sind. Eine Fahrrad MPU wird vielleicht zur E-Bike MPU, aber der Ablauf ist identisch:

Welche Folgen bei 1,6 Promille und mehr?

Wird man als Fahrradfahrer mit 1,6 Promille und mehr von der Polizei aufgeschnappt, liegt eine Straftat und keine einfache Ordnungswidrigkeit vor! Das muss man sich sehr bewusst machen, denn eine Straftat hat deutlich schwerwiegendere Konsequenzen. Im Falle eines alkoholisierten Fahrradfahrers kommt es zu diesen Folgen:

 

  1. 3 Punkte in Flensburg
  2. Hohe Geldstrafe
  3. MPU Fahrrad Ersttäter
  4. Bei negativer Fahrrad MPU: zeitweise Abgabe des Führerscheins
  5. Verbot der Fahrradnutzung für eine bestimmte Zeit

Fahrradfahren und Alkohol und die Folgen

MPU-Alkohol Fahrrad

Bis 1,59 Promille ohne Fahrfehler straffrei 

Ab 0,3 Promille mit Fahrfehler

Fahrrad MPU Alkohol

Ab 1,6 Promille mit Fahrfehler oder ohne Fahrfehler

Fahrrad MPU Alkohol

Welche Folgen hat eine Wiederholungstat?

Handelt es sich um eine Wiederholungstat, wird bereits bei geringeren Promillewerten eine MPU für Fahrradfahrer angeordnet. Wurden in beiden Fällen nur 0,6 Promille nachgewiesen und eine Auffälligkeit auf dem Fahrrad, ist mit einer Fahrrad MPU zu rechnen. 

 

Übrigens: Auch eine Kombination aus Auto und Fahrrad ist möglich. Ein Fall mit dem Auto und einem geringen Promillewert und einmal mit dem Fahrrad können ebenfalls eine Fahrradfahrer MPU auslösen

Wie sind die Folgen innerhalb der Führerscheinprobezeit?

Beim Autofahren gilt für Fahranfänger eine 0 Promille Grenze. Fährt man jedoch mit dem Fahrrad, muss man nicht ganz so schnell mit einer Fahrrad Alkohol MPU rechnen, da hier die gleichen Werte gelten, wie für erfahrene Autofahrer. Nur in einigen Fällen wird eine Verlängerung der Probezeit angeordnet. 

Mit welchen Folgen muss ich als Jugendlicher ohne Führerschein rechnen?

Wird man als Jugendlicher mit Alkohol auf dem Fahrrad erwischt, kann dies Folgen für die Zukunft mit sich bringen. Wenn Sie beabsichtigen einen Führerschein zu machen, könnte eine Fahrrad MPU angeordnet werden, bevor Ihnen der Führerschein ausgehändigt wird. 

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