Teil II – Horrorgeschichten und Mythen von der MPU – Teil II einer vierteilige Serie über die Realität der MPU-Prüfung

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Teil 2 – Über Hypothesen und Fragestellungen in der MPU

Die MPU ist wahrscheinlich kein Abschnitt in unserem Leben, auf den wir besonders stolz sind oder auf den wir später gerne zurückblicken. Das wird auch klar, wenn man sich die verschiedenen Erfahrungsberichte und Horrorgeschichten von MPU TeilnehmerInnnen im Internet durchliest oder gar Erzählungen von Verwandten und Freunden hört. Die MPU, oder auch abfällig ,,der Idiotentest” genannt, zieht seit Jahren einen Rattenschwanz an bösen Gerüchten und Mythen hinter sich her. 

Doch wir behaupten, dass insbesondere eine MPU-Beratung die Möglichkeit bietet, etwas Positives aus dieser Erfahrung mitzunehmen – auch für das eigene Privatleben. Ob darüber hinaus die Gerüchte über die MPU wirklich wahr sind und was es mit den offiziellen Fragestellungen und Hypothesen bei einer MPU auf sich hat, das möchten wir in Teil 2 unserer vierteiligen Serie über Horror und Realität bei der MPU klären. 

In dem ersten Teil unserer Serie hatten wir uns dem angeblich mutwilligen “Durchfallenlassen” von TeilnehmerInnen und der Willkür von MPU-PrüferInnen gewidmet. Dazu haben wir uns die Richtlinien für MPU-Gutachten angesehen. Wir haben feststellen können, dass die offiziellen Beurteilungskriterien der DGVP & DGVM den prüfenden VerkehrspsychologInnen und ÄrztInnen nur wenig “subjektiven” Freiraum geben, um jemanden grundlos durchfallen zu lassen. Die PrüferInnen müssen ihre Gutachten nach offiziellen Beurteilungskriterien ausrichten und ein verständliches und nachvollziehbares Gutachten verfassen, dass das Bestehen oder Nichtbestehen der MPU erläutert.

Heute fokussieren wir uns auf die sogenannten Hypothesen und Fragestellungen, welche die PrüferInnen bei Ihrer MPU zu klären haben. Man kann sich die MPU als einen Prozess vorstellen: Ein Prozess, bei dem aufeinander aufbauende Hypothesen gebildet wurden, welche die Fragestellung der Behörde schlussendlich beantworten sollen. Um das etwas verständlicher darzustellen, nehmen wir uns den Erfahrungsbericht von Hannah S. (Name aus datenschutzrechtlichen Gründen verändert) als Beispiel. 

Erfahrungsbericht von Hannah S.: Ich bin durchgefallen, weil die überhebliche Prüferin es auf mich abgesehen hatte!”

Hannah hat ihren Führerschein verloren, weil sie zum wiederholten Male durch ihr auffälliges Verhalten im alkoholisierten Zustand bei der Polizei auffällig wurde. Sie ist zwar nie betrunken Auto gefahren, hat aber trotzdem eine MPU angeordnet bekommen. 

Hannah S. berichtet: 

,,Mir wurde eine MPU angeordnet aufgrund mehrerer Vorfälle. Ich bin nie betrunken Auto gefahren und trotzdem haben die mir den Führerschein weggenommen, weil ich mich geweigert habe zum Idiotentest zu gehen. Einmal war ich auf dem Oktoberfest und hatte schon einige Glas Bier getrunken. Ich hatte mich dann mit einer meiner Freundinnen gestritten und es kam es zu einer kleinen Auseinandersetzung und irgendwer hat die Polizei gerufen. Ein anderes Mal hatte ich nach einer Party mit Freunden zu tief ins Glas geschaut und bin auf dem Weg nach Hause auf einer Bank eingeschlafen und wurde von einem Beamten geweckt. Ich hatte mich total erschrocken und ihn weggeschubst. Tja, und beim dritten Mal, wo ich betrunken aufgefallen bin, haben die dann von mir verlangt ein Gutachten von einer MPU vorzulegen. Das habe ich gar nicht eingesehen, weil ich ja nie betrunken Auto gefahren bin. Weil ich dann aber keine andere Wahl hatte, musste ich die MPU machen und bin sofort beim ersten Mal durchgefallen. Die Prüferin hatte es von Anfang an auf mich abgesehen und auf mich herabgeschaut. Die hat gefragt, ob ich es normal finde, auf einer Parkbank aufzuwachen und solche Sachen. Total arrogant und abschätzig.”

Viele Menschen wissen nicht, dass man eine MPU auch angeordnet bekommen kann, wenn man alkoholisiert auffällig wird, obwohl man nicht betrunken Auto gefahren ist. Wird man durch auffälliges oder randalierendes Verhalten im alkoholisierten Zustand mehrmals von der Polizei aufgefasst, kann dies die Anordnung einer Alkohol MPU zur Folge haben. 

Denn: die Wahrscheinlichkeit, dass neben den “auto-unabhängigen” Fehlentscheidungen und Randalen doch irgendwann der Griff zum Autoschlüssel gemacht wird, kann nicht ausgeschlossen werden. 

Auch Hannah wusste das nicht und hat die Wirkung von Alkohol auf ihr Leben unterschätzt. Diese Erkenntnis offenbarte sich ihr allerdings erst in ihrer MPU Vorbereitung.

,,Eine MPU Vorbereitung hätte mir wahrscheinlich schon beim ersten Mal geholfen, zu begreifen, dass ich ein ernsthaftes Alkoholproblem habe.”

Hannah S. hat ihre erste MPU nur widerwillig und ohne eine vorherige Beratung absolviert – und nicht bestanden. Sie begründete dies mit der Überheblichkeit ihrer Prüferin. Die spätere Einsicht, dass sie ein Alkoholproblem hat, konnte Hannah erst in ihrer MPU Vorbereitung gewinnen. In ihren vertraulichen Beratungsgesprächen mit einem Verkehrspsychologen hat sie sich öffnen können und eingesehen, dass die damalige Prüferin die Fragestellung der Behörde und die Hypothesen ihrer MPU nicht zufriedenstellend beantworten konnte. Gemeinsam mit Hannah hat sich der Verkehrspsychologe in ihrer MPU Beratung dann ihr negatives Gutachten angesehen. Außerhalb des direkten Drucks der Prüfung und in einem von Hierarchien (Prüfer – Prüfling) losgelösten Raum, konnten Hannah und ihr Psychologe gemeinsam erarbeiten, weshalb sie die erste MPU nicht bestanden hat. Hannah konnte zudem einsehen, dass bei ihr eine fortgeschrittene Alkoholproblematik vorliegt. Insbesondere die Erklärungen ihres Psychologen bezüglich der Fragestellungen und Hypothesen, welche die Prüferin den Behörden beantworten muss, konnte Hannah gut begreiflich machen, warum die Prüferin sie wirklich hat durchfallen lassen.

Aber wie sehen solche Hypothesen und Fragestellungen eigentlich aus?

Fragestellung und Hypothesen bei der MPU 

Die PrüferInnen erhalten von der Führerscheinstelle eine Fragestellung. Auf der Grundlage der Fragestellung, der Akte des zu Prüfenden, sowie der Explorationsgespräche von Arzt und Psychologen wird dann eine darauf aufgebaute Hypothese aufgestellt. Die Beantwortung der Hypothese und der Fragestellung entscheidet über ein Bestehen oder Nichtbestehen der Medinzinisch-Psychologischen Untersuchung. 

So eine Fragestellung kann in Hannah´s Fall z.B. wie folgt aussehen:

 ,,Ist zu erwarten, dass die Untersuchte in Zukunft ein Fahrzeug unter dem Einfluss von Alkohol führen wird oder liegen als Folge unkontrollierten Konsums Beeinträchtigungen vor, die das sichere Führen eines Fahrzeugs der beantragten Klasse in Frage stellen?”

Auf die Fragestellung der Behörde konnte Hannah´s Prüferin leider nicht negativ antworten. Die Prüferin konnte nicht ausschließen, dass Hannah nicht doch irgendwann zum Autoschlüssel greifen würde, wenn sie mal wieder stark alkoholisiert war. Diese Erkenntnis konnte die Prüferin durch die auf der Fragestellung aufbauende Hypothese schließen. 

Die Hypothesen, um die Fragestellung der Behörde schlussendlich beantworten zu können, können bei einer Alkohol MPU beispielsweise so aussehen: 

Hypothese A1: Es liegt Alkoholabhängigkeit vor. Eine Entwöhnungstherapie oder eine vergleichbare, in der Regel suchttherapeutisch unterstützte Problembewältigung hat zu einer stabilen Alkoholabstinenz geführt.

 

Hypothese A2: Der Klient ist nicht dauerhaft in der Lage, mit Alkohol kontrolliert umzugehen. Er verzichtet deshalb konsequent, zeitlich unbefristet und stabil auf den Konsum von Alkohol.

 

Hypothese A3: Es lag eine Alkoholgefährdung vor, die sich in gesteigerter Alkoholgewöhnung, unkontrollierten Trink-Episoden oder ausgeprägtem Entlastungstrinken äußerte. Der Klient hat aufgrund eines angemessenen Problembewusstseins seinen Alkoholkonsum ausreichend verändert, sodass von einem dauerhaft kontrollierten Alkoholkonsum ausgegangen werden kann.

 

Diese Hypothesen für eine Alkohol MPU werden je nach der Aktenlage und den bisherigen Untersuchungsergebnissen für den jeweiligen Teilnehmer festgelegt – es ist also nicht jede Hypothese gültig für jeden Teilnehmer oder jede Alkohol MPU. Ebenso sehen auch die unterschiedlichen Lösungsansätze unterschiedlich aus für jede Hypothese. Beispielsweise. ist bei den Hypothesen A1 und A2 ein kontrollierter Alkoholkonsum ausgeschlossen, während bei Hypothese A3 ein kontrollierter Konsum, wie z.B. das Kontrollierte Trinken, in Erwägung gezogen werden könnte.

Hannah war sich bei ihrer ersten MPU ihres Alkoholproblems noch nicht bewusst. Erst nach ihrer MPU Beratung konnte sie sich in einem sicheren Umfeld ihrem MPU-Berater öffnen und ihr Alkoholproblem ernsthaft reflektieren. Gemeinsam haben Hannah und ihr Psychologe dann Strategien erarbeitet, die Hannah realistisch vornehmen konnte, um ihren Alkoholkonsum zu regulieren. Hannah hat ihre zweite MPU bei derselben Prüferin anschließend bestanden und sich anschließend einen Psychologen gesucht, um ihr Alkoholproblem anzugehen.

Das Fazit: Hypothesen & Fragestellungen für eine klare Entscheidung – die Realität

Eine MPU ist kein erfreuliches Ereignis und Emotionen kochen häufig über. Gefühle sind komplex und die eigene Psyche ist nicht immer ohne Hilfe zu verstehen. Meist kommt es zum Führerscheinentzug und der Anordnung einer MPU wegen persönlicher Probleme oder  einem problematischen Suchtmittelmissbrauch. Deshalb fehlt es manchen MPU-TeilnehmerInnen häufig zunächst an Verständnis oder Einsicht, weil die überkochenden Emotionen und Probleme schnell den Blick auf eine Problematik verschleiern können. Der unvorbereitete Gang in die MPU endet deshalb häufig mit Frust, dem Nichtbestehen und Wut auf die Prüfer. Es ist schwierig in einer Prüfungssituation, von der die eigene Mobilität abhängt, gelassen zu bleiben. Zudem stören sich einige MPU-TeilnehmerInnen an der sozialen Hierarchie, die im Prüfungsraum besteht und fühlen sich minderwertig gegenüber den PrüferInnen oder zurückversetzt in das Schulwesen. Ebenso ist es immer leichter jemand Anderes für die eigenen Probleme oder ein Fehlverhalten verantwortlich zu machen, als sich selbst.

Eine MPU Beratung durch professionelle VerkehrspsychologInnen macht deshalb aus vielerlei Gründen Sinn. Wir helfen Ihnen dabei, die Gründe, weshalb es zu Ihren Delikten kam, zu verstehen. Sie können jetzt bereits den Selbsttest für eine Alkohol MPU bei uns machen, indem Sie sich einige Fragen stellen. Die Ergebnisse können und sollten Sie anschließend mit einem unserer Verkehrspsychologen besprechen.

Neben den in Teil 1 genannten Beurteilungskriterien für das Gutachten Ihrer MPU, haben wir nun die Fragestellungen und Hypothesen einer MPU unter die Lupe genommen. Diese regulieren und begrenzen die PrüferInnen zusätzlich in ihren Entscheidungen und Beurteilungen. Sie sind Realität für die Prüfer und auch für Sie in der MPU. 

Am Ende des Tages möchten die PrüferInnen in Ihrer MPU eigentlich nur erkennen, dass Sie keine Gefahr für sich selbst oder andere Mitmenschen im Straßenverkehr darstellen. Die PrüferInnen erkennen aber auch ganz genau, wenn Sie nur Floskeln wiedergeben, um das zu sagen, was der Prüfer hören möchte, um Ihre Prüfung zu bestehen und Sie eigentlich keine Einsicht zeigen. 

In einem vertraulichen Gespräch, ohne über Sie zu richten oder Sie zu schelten, möchten und können wir Ihnen helfen, die MPU zu bestehen. Wir bieten Ihnen mehrere Strategien zum Bewältigen Ihrer Konflikte an und wenn Sie dafür offen sind, dann können sich in Ihrem Privatleben sogar positive Veränderungen ergeben, durch die Erkenntnisse, die wir in der MPU Beratung gemeinsam mit Ihnen erarbeiten.

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