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Teil IIII – Horrorgeschichten und Mythen von der MPU – eine vierteilige Serie über die Realität der MPU-Prüfung

Teil 4 – Das Fazit über die Mythen der MPU

 

In dieser vierteiligen Serie haben wir uns dem schlechten Ruf der MPU und den vielen Horrorgeschichten, die jeder von uns über ein paar Ecken gehört hat, gewidmet. Anhand von konkreten, negativen Erfahrungsberichten mit unterschiedlichen Anlässen, also z.B. einer Drogen MPU, einer Alkohol MPU, einer Straftaten MPU oder einer Punkte MPU, haben wir uns zunächst die Vorwürfe gegen die MPU Prüfer angehört.

 

Parallel dazu haben wir die offiziellen Beurteilungskriterien der DGVP & der DGVM, an der sich die Gutachter einer MPU orientieren müssen, genau unter die Lupe genommen.

 

Wir konnten viele Erkenntnisse sammeln und das Rätsel um die Horrorgeschichten und den besagten Mythen der MPU somit auf den Grund gehen.

 

 

Mythos Nr. 1: Willkür ohne Willen

 

In Teil 1 unserer Serie haben wir uns mit dem mutwilligen “Durchfallenlassen” von TeilnehmerInnen einer MPU und der den PrüferInnen häufig vorgeworfenen Willkür beschäftigt.

 

Luis W. berichtete uns hier von seinen negativen Erfahrungen. Luis musste eine Alkohol MPU ablegen, weil er mit einem sehr hohen Promillewert betrunken am Steuer erwischt wurde.

 

Der Prüferin warf er komplette Willkür bei seiner Beurteilung vor.

 

Nachdem wir uns die behördlichen und gesetzlichen Vorgaben für das Gutachten der MPU angesehen haben, konnten wir feststellen, dass der MPU-Ablauf keineswegs in reiner Willkür seitens der PrüferInnen erfolgen kann. Es gibt festgeschriebene Beurteilungskriterien, die in jeder Prüfung angewendet werden müssen und nach denen die PrüferInnen sich richten sollen.

 

Die erstellten Gutachten der Ärzte oder PsychologInnen müssen der Wissenschaftlichkeit ihrer Fachgebiete standhalten und nachvollziehbar, sowie verständlich sein.

 

Trotzdem kann der Faktor Mensch natürlich nie ausgeschlossen werden. Richtet sich ein Prüfer fachgemäß nach den vorgegebenen Beurteilungskriterien, dann sollte eine willkürliche Entscheidung aber ausgeschlossen sein.

 

Deshalb würden wir dieses Mythos damit entkräften, dass Willkür nur ohne Willen seitens der Prüfer erfolgen kann. Eine willkürliche Entscheidung auf Fakten basierend, ist dem Prüfer/Gutachter nicht möglich.

 

 

Mythos Nr. 2 – Überhebliche Moralapostel

 

 

In dem zweiten Teil dieser Serie haben wir den Erfahrungsbericht von Hannah gehört, die das negative Gutachten Ihrer MPU mit einer “eingebildeten und überheblichen” Prüferin begründet hat.

 

Hannah wurde eine Alkohol MPU angeordnet, weil sie außerhalb des Verkehrsgeschehens mehrfach durch aggressives oder besorgniserregendes Verhalten im alkoholisierten Zustand aufgefallen ist.

 

Um Hannah´s negative Erfahrung in ihrem psychologischen Untersuchungsgespräch besser verstehen zu können, haben wir uns in Teil 2 deshalb auf die sogenannten Hypothesen und Fragestellungen fokussiert. Die Gutachter erhalten von der Führerscheinstelle nämlich zunächst eine Fragestellung.

 

Auf der Grundlage dieser Fragestellung, der Akte des zu Prüfenden, sowie den Explorationsgesprächen von Arzt und Psychologen wird eine darauf aufbauende Hypothese aufgestellt.

 

Anhand dieser offiziell vorgegebenen Hypothesen und Fragestellungen soll dann geklärt werden, ob oder wie der Führerschein dem MPU Teilnehmer wieder zugestanden werden kann.

Die MPU kann als amtlicher Prozess verstanden werden, bei dem Hypothesen und Fragestellung dem Prüfungsprozess einen klaren und nachvollziehbaren Rahmen geben.

 

In Hannah´s Beispiel haben die sozialen und emotionalen Umstände in ihrer MPU für ein negatives Erlebnis gesorgt. Viele MPU TeilnehmerInnen fühlen sich nämlich durch das Prüfer-Prüfling Schema in ihre Schulzeit zurückversetzt und werden dadurch getriggert. Andere schämen sich dafür, dass sie überhaupt eine MPU ablegen müssen. Diese vielfältigen Emotionen können zu Missverständnissen und (situativer) Hochsensibilität führen.

 

Die PrüferInnen der MPU sind dazu angehalten, die unangenehme Situation und das Hierarchie-Gefühl bei Ihren TeilnehmerInnen so gering wie möglich zu halten. Die Hypothesen und Fragestellungen solle dafür sorgen, dass es einen klaren Schwerpunkt bei dem psychologischen Untersuchungsgespräch gibt.

Das Fazit unseres zweiten Teils war, dass die Gutachter Ihrer MPU nur erkennen möchten, ob Sie eine Gefahr für sich selbst oder andere Mitmenschen im Straßenverkehr darstellen und das Aufspielen als Moralapostel eigentlich ein “No-Go” aus Sicht der der DGVP und der DGVM ist.

 

Dieser zweite Mythos ließ sich deshalb nicht bestätigen, weil die Gutachter und Psychologen sogar gegenteilig darauf geschult werden, nicht herablassend oder “lehrerhaft” rüberzukommen. Es soll bestmöglich eine vertrauensvolle und freundliche Atmosphäre mit Ihnen während des Unteruchungsgespräches geschaffen werden.

 

Mythos Nr. 3 – Durchgefallen trotz perfekter Antworten

 

Unser dritter Mythos der MPU Gespräche hatte seinen Schwerpunkt auf dem altbekannten Gerücht, dass man auch trotz richtiger Antworten bei der MPU durchfallen kann. Das erscheint einem vielleicht zunächst als Unverschämtheit, wenn man doch jahrelang in der Schule gelernt hat, dass richtige Antworten das Allerwichtigste sind – Jedoch nicht so, bei der MPU.

 

Sozialpfleger Johann berichtete uns in Teil 3 über die Drogen MPU, die er aufgrund seines regelmäßigen Cannabiskonsums absolvieren musste, weil er bei einer Verkehrskontrolle auffällig wurde. Ihm wurden dabei THC, sowie erhöhte Carbonsäurewerte nachgewiesen.

 

Auch Johann ist bei seiner ersten MPU durchgefallen und hatte zunächst nur Negatives über seine MPU und die Prüferin zu berichten. Er hat zugegeben, dass er vor der MPU im Internet nach den erwünschten Antworten recherchiert hat und diese anschließend auswendig lernte. Seine Prüferin hat das allerdings gemerkt und Johann aufgrund dessen und seiner fehlenden Einsicht für den Anlass der MPU durchfallen lassen.

 

Passend zu diesem letzten Erfahrungsbericht haben wir uns deshalb die Richtlinien zur Auswertung und Bewertung von Informationen in einem psychologischen Untersuchungsgespräch angesehen. Wie die Prüfer und Gutachter bei einer MPU bewerten, vorgehen und wie viel Raum für menschliche Fehler besteht, war der Fokus dieses Artikels.

 

Wir haben herausgefunden, dass die offiziellen Beurteilungskriterien der DGVP und der DGVM den Psychologen/Gutachtern eine dreigeteilte Gliederung des Unteruchungsgespräches empfehlen.

 

Diese drei Teile bestehen aus der Vorbereitungsphase, der Durchführungsphase und der Auswertungs- und Rückmeldephase. Die genauen Schwerpunkte der einzelnen Phasen können Sie in Teil 3 nachlesen, aber die wichtigsten Erkenntnisse waren u.A. die folgenden:

 

Bei der Auswertung des psychologischen Unteruchungsgespräches ist einer der wichtigsten Aspekte, ob der Gutachter Ihre Aussagen als wahrheitsgemäß und authentisch einschätzt. Ebenso sollte ein MPU Teilnehmer seinen negativen Handlungen selbstkritisch gegenüberstehen und Einsicht zeigen. Erachtet der Gutachter die Aussagen des Teilnehmers als nicht glaubhaft, wie z.b. bei dem Sozialpfleger Johann, wird der Teilnehmer durchfallen.

 

All diese Feststellungen soll der Gutachter respektvoll und auch transparent mit Ihnen besprechen. Eine angespannte Atmosphäre, Sie zu belehren oder zu tadeln, ist von der DGVP & der DGVM unerwünscht.

 

Trotzdem lässt sich dieser dritte Mythos als wahrheitsgemäß bewerten. Denn: durch Auswendiglernen und dem Wiedergeben von Floskeln ohne aufrichtige Einsicht wird man die MPU höchstwahrscheinlich nicht bestehen. Sie haben es mit Psychologen und Medizinern zu tun, die darauf geschult sind, Lügen und fehlende Einsicht bei Ihnen zu erkennen, um somit die Allgemeinheit zu schützen.

 

Unser Fazit

 

Zwei unserer Mythen haben sich als unwahr herausgestellt und der Mythos vom Durchfallen trotz perfekter Antworten konnte von uns bestätigt werden.

Doch was nehmen wir nun aus dieser Serie über Mythen und Horrorgeschichten von der MPU mit?

 

Was all unsere negativen Erfahrungsberichte gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass die erste MPU von keinem der Teilnehmer ohne eine vorherige Beratung bestanden wurde. Nach einer Beratung und Vorbereitung durch ausgebildete VerkehrspsychologInnen haben alle TeilnehmerInnen aus unseren negativen Erfahrungsberichten Ihre zweite MPU anschließend bestanden.

 

Die Mythen und Horrorgeschichten der MPU kommen wohl deshalb zustande, weil die MPU nicht unbedingt leicht zu bestehen ist. Die hohe Durchfallquote von etwa 50% bestätigt diese Hypothese. Wer eine MPU angeordnet bekommt, befindet sich oftmals in einer emotionalen-, und oftmals auch in einer privaten Ausnahmesituation. Irrationale und rationale Ängste, gemischte Gefühle und private Umstände vergrößern den Druck, die MPU bestehen zu müssen. Das Privatleben, das soziale Ansehen und womöglich sogar der Job, hängen oftmals vom Führerschein ab.

 

Wir möchten Sie jedoch beruhigen. Die Gutachter, Ärzte und Psychologen bei einer MPU haben Ihr Wohl und das Wohl Ihrer Mitmenschen zum Ziel. Es soll lediglich, auf wissenschaftlicher und gesetzlicher Grundlage, erörtert werden, ob Sie verkehrstauglich sind.

 

Diese Evaluation, also die MPU, erfolgt unter festgeschriebenen Vorgaben, Regeln und Beschränkungen. Auch wenn menschliche Fehler natürlich niemals ausgeschlossen werden können, wo Menschen aufeinandertreffen und zusammenarbeiten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen böswilligen oder irrationalen Gutachter erhalten, doch eher gering. Falls dem doch so sein sollte, können Sie natürlich dagegen vorgehen.

 

Wenn Sie diese Ängste und die Ungewissheit lieber direkt adressieren- und auf Nummer sicher gehen möchten, dann bieten wir Ihnen gerne eine kostenlose MPU Erstberatung an.

 

In unseren vertraulichen Beratungsgesprächen haben wir zum Ziel, dass Sie Ihre MPU direkt beim ersten Mal bestehen. Wir bieten Ihnen die Einblicke und Erfahrungswerte unserer ausgebildeten VerkehrspsychologInnen, damit Sie selbstsicher und vorbereitet in Ihre MPU Prüfung gehen können. Ebenso können wir Ihnen darüber hinaus MPU-relevante Ansätze zum Regulieren Ihres Alkohol- oder Cannabiskonsums anbieten. Falls eine Abstinenz für Sie relevant ist, können wir Sie auch diesbezüglich beraten.

 

Viele unserer Teilnehmer berichten zusätzlich, dass sich sogar positive Veränderungen und Anregungen für ihr Privatleben ergeben haben, durch die Erkenntnisse, die sie in der MPU Beratung gemeinsam mit uns erarbeitet haben.

 

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